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Kategorie: TuSpo

Patrick Dross - Ironman Frankfurt 2018


Respekt und herzlichen Glückwunsch zum absolvierten Triathlon in Frankfurt.


Patrick Dross - Ironman Frankfurt 2018

Patrick Dross - Ironman Frankfurt 2018

Patrick Dross - Ironman Frankfurt 2018

Patrick Dross - Ironman Frankfurt 2018

Patrick Dross - Ironman Frankfurt 2018

Patrick Dross - Ironman Frankfurt 2018

Patrick Dross - Ironman Frankfurt 2018

Patrick Dross - Ironman Frankfurt 2018

Patrick Dross - Ironman Frankfurt 2018

Patrick Dross - Ironman Frankfurt 2018

Beim TuSpo Holzhausen absolvieren die Alten Herren seit einigen Jahren jährlich ihren "HOIM", den sogenannten "Holzhäuser Old Iron Man", also den Ironman für die alten Männer. Meist besteht dieser aus Radfahren zum OutdoorZentrum und zurück bis zur Talsperre, dem bestenfalls zweimaligen läuferischen Umrunden derer und darauf folgendem "Planschen" in der Talsperre. Wer das schafft, darf danach meistens die vierte Disziplin des Durststillens noch mitmachen…

Spaß-Triathleten kennt das Dorf also zu Genüge, seit Sonntag, dem 08.07.2018 kann Holzhausen aber auch mit einem echten Triathleten über die volle Distanz aufhorchen lassen. Patrick Dross, 27 Jahre alt, hat in Frankfurt 3,8 km Schwimmen (1:08 Stunden, 665. Disziplinplatz), 185 km Radfahren (5:25h, 327.) und den abschließenden Marathon (3:25h, 144.) in insgesamt 10:13:03 Stunden absolviert.

Zusammen mit einigen anderen TuSpo-Mitgliedern läuft "Päddy" seit langer Zeit Halbmarathon und Marathon auf den TuSpo Holzhausen. Einen Triathlon hat Patrick Dross aber als erster Holzhäuser geschafft!

Andreas Pfeiffer führt für den TuSpo Holzhausen das erste exklusive Interview mit Patrick.

TuSpo: Patrick Dross, fraglos eine Wahnsinnsleistung für einen ersten Triathlon, Respekt und herzlichen Glückwunsch zum absolvierten Triathlon in Frankfurt, dem Mainova Ironman Frankfurt. Stecken die Strapazen noch im Körper?

Patrick: Ja, also momentan geht's wieder, es ist ja schon eine Woche vergangen. Die Woche hab ich mich leicht bewegt, damit die Strapazen schnell wieder aus dem Körper rauskommen. Hab am Montag mal nichts gemacht, am Dienstag konnte ich kaum laufen, da war der Muskelkater dann doch ganz schön da und am Mittwoch auch.

Dann habe ich mal mit leichter Stabilität über 30 Minuten wieder angefangen, war mal 20 Minuten Mountainbike fahren. Am Freitag war ich dann wieder kurz im Schwimmbad ein paar Bahnen schwimmen. Gestern bin ich mit Dominic Rumpf eine halbe Stunde laufen. Das hat sich aber noch gar nicht gut angefühlt, das war etwa wie bei Kilometer 30 beim Marathon.


TuSpo: Eine der vielleicht interessantesten Fragen vorweg, da die meisten Menschen sicher niemals diese Erfahrung machen: was empfandest Du bei Zieleinlauf und Überquerung der Linie, als auf dem Frankfurter Römer die ganzen Zuschauer applaudiert haben?

Patrick: Das war beim Zieleinlauf wirklich Emotion pur, da kamen viele Momente der letzten Monate wieder hoch aus den ganzen Trainingseinheiten, die ich absolviert habe. Und die Familie und Freunde waren da, das war phänomenal.


TuSpo: Wusstest du wo deine "Supporter" waren, deine Familie und Freunde? Hast du sie beim Zieleinlauf gesehen? Wer hat dich alles begleitet?

Patrick: Beim Zieleinlauf habe ich sie auf der Tribüne gesehen, während dem Radfahren konnte ich sie nicht sehen. Beim Laufen haben sie sich auf der Strecke aufgeteilt, sodass etwa jeden Kilometer jemand stand, was wirklich gepusht hat und wodurch ich echt super da durch kam.
Mich haben mit meiner Familie und Freunden insgesamt rund 25 Menschen nach Frankfurt begleitet.


TuSpo: Nun mal zum eigentlichen Anfang: Einen Marathon zu laufen, kann schon mal bei einer Schnapsidee entstehen. Auf die Idee, an einem Triathlon teilzunehmen, kommt man sicher nicht in einer Bierlaune. Wann und wo hast du den Entschluss gefasst, dich in Frankfurt anzumelden?

Patrick: Gute Frage, es kam grundsätzlich aus dem Laufen selbst heraus. Ich habe mir im Fernsehen den Ironman in Frankfurt und natürlich auch Hawaii auch schon mal angeschaut und hab mir dann gedacht, "Irgendwann möchtest du das auch mal machen".

Letztes Jahr habe ich daraufhin dann schon 2 Mitteldistanzen (Anm. der Redaktion: jeweils die Hälfte der anfangs aufgeführten Gesamtstrecke) gemacht. Der erste Triathlon im Kraichgau überhaupt ging dann beim Laufen leider in die Hose, der zweite hat sehr gut geklappt und dann war das Feuer ziemlich entfacht, dass ich dieses Jahr gerne den Ironman in Frankfurt machen wollte.


TuSpo: Als du dich dann anmelden wolltest: war von der Idee auch jemand nicht begeistert?

Patrick: Nicht begeistert war keiner, aber es kamen die Fragen auf, ob das nicht wirklich etwas lang sei, eben weil ich bei der ersten Mitteldistanz beim Laufen so eingebrochen bin und das nur die Hälfte der Distanz war. Mein Bruder war da etwas skeptisch, ob ich durchhalten würde. Aber es hat ja ganz gut geklappt.


Das ist "nicht einfach nur mal so ein 10km-Lauf"

TuSpo: Anschließend gab es sicher viel zu tun? Was musste danach alles erledigt werden? Sicher gibt es auch Auflagen vom Veranstalter?

Patrick: Es kann sich jeder für das Event anmelden, es gibt keine Auflagen des Veranstalters. Danach gab es nur die Aufgabe, dafür zu trainieren.


TuSpo: Wie hast du trainiert? Hast du dir das eigenständig geplant oder kontrollierte das ein eigener Trainer?

Patrick: Anfang letzten Jahres habe ich mich in den drei Sportarten schon ganz gut auf die Mitteldistanzen vorbereitet und so etwa 10 Stunden in der Woche Sport gemacht. Das ging dann bis Oktober/November, wo ich auf bis 12 Stunden Sport pro Woche gesteigert habe. Im Januar habe ich eine Leistungsdiagnostik *1) in Gießen gemacht, um einfach zu wissen, wo meine Trainingsbereiche sind bzw was ich zu trainieren habe. Darüber bin ich an den Triathloncoach gekommen, der dementsprechend dann die Trainingspläne geschrieben hat.

Das habe ich dann so gut wie möglich versucht umzusetzen, was denke ich mit ihm auch ganz gut geklappt hat, auch wenn da nicht immer einfache Einheiten angesagt waren. Ab Februar wurde die Intensität dann auf bis zu 15 Stunden gesteigert. Im April waren wir für ein einwöchiges Trainingslager auf Mallorca, zu dem mich meine Frau Laura begleitet hat. Hier lag der Focus auf Radfahrtraining und danach die Intensität auf bis zu 25 Wochenstunden Sport.

Das Kraulschwimmen mache ich selbst erst seit 2 Jahren. Dominic Rumpf, Kevin Briese und ich haben uns das jeden Donnerstag eingerichtet. Bis dahin habe ich mir das meiste selbst angeeignet, habe aber dann mit dem Training die Basics noch einmal trainiert und es verbessert und konnte darauf dann noch besser aufbauen. Inzwischen komme ich ganz gut und zügig durchs Wasser.

Letztlich ist hier die Technik sehr entscheidend, ich bin zuletzt dann etwa 6-8 km in der Woche geschwommen. Trotzdem lagen die Schwerpunkte des Trainings auf den stärksten Disziplinen des Triathlons, dem Radfahren und Laufen. Aber auch mit der Leistung beim Schwimmen an dem Tag bin ich sehr zufrieden.


TuSpo: Standst du unter ärztlicher Kontrolle? Wer achtet darauf, dass auch beim Training der Körper nicht übersäuert?

Patrick: Unter ärztlicher Kontrolle stand ich nicht, man hört schon selbst auf seinen Körper. Der sendet schon selbst Signale, wo man dann sagt "okay, jetzt mal ein bisschen rausnehmen" vom Training her oder wann man es dann wieder steigern kann, aber das sind schon eigene Signale vom Körper.

Ich bin aber vor der Leistungsdiagnostik an der Uniklinik in Gieße gewesen, um mich komplett durchchecken zu lassen, weil das ja dann doch nicht einfach nur mal so ein 10km-Lauf ist, sondern eine sportliche Leistung über den ganzen Tag und da wollte ich schon gerne gesund reingehen.


TuSpo: Marathon, Halbmarathon und sonstige Laufevents kanntest du ja schon und hast dafür trainiert. Beim Laufen kanntest du in etwa, was du leisten kannst. Mit welchen Leistungen hast du die Distanz fürs Radfahren angefangen und gesteigert?

Patrick: Im Winter haben wir viel Grundlagentraining auf der Rolle ("Rennrad-Hometrainer", Anm. der Redaktion) gemacht, Kurzintervalle und Kurzbelastung, um für draußen dann schon die Grundlage zu haben, wenn es mit besserem Wetter so ab März rausgehen kann. Da standen dann die längeren Trainingseinheiten mit bis 5 Stunden Radfahren an.

Freitags hatte ich meistens eine kürzere Einheit mit so etwa 3 Stunden und 80-90 km, Samstags um die 4 bis 4,5 Stunden und Sonntags dann die lange Radeinheit. Das war dann vom Training aber so aufgebaut, dass das davor oder danach noch einmal gekoppelt wurde, ich also dann noch einmal Laufen war. So bestanden die Wochenenden praktisch hauptsächlich nur noch aus Training.


TuSpo: Wann hat sich bei deinem Training dann herauskristallisiert, was du leisten kannst und welches eventuelle Ziel du dir setzen kannst? Gab es für dich überhaupt ein zeitliches Ziel außer den Triathlon überhaupt zu bewältigen?

Patrick: Das zeitliche Ziel wollte ich ungern bekanntgeben, für mich war das erste Ziel: Durchkommen! Natürlich hatte ich im Hinterkopf ein Zeitziel, auch nachdem ich dieses Jahr im Kraichgau dann die Mitteldistanz wieder gemacht habe. Hier konnte ich sehen, dass ich in allen Disziplinen relativ gut durchkomme und was ich leisten kann.

Ich habe gemerkt, das doch was drin ist, und habe mir nach der Zeit von 05:03 Stunden und der dort anspruchsvollen Strecke beim Radfahren im Hinterkopf doch eine Zeit zurechtgelegt. Wunschzeit war also 10:30 Stunden und deswegen war ich umso mehr zufrieden, wo ich dann mit 10:13 Stunden ins Ziel bin. Das hätte ich so ehrlich gesagt nicht erwartet, aber man kann sagen, dass ich in Frankfurt wirklich einen Sahnetag erwischt habe.


TuSpo: Welche Trainingsmöglichkeiten bietet das Ulmtal? Wo und was hast du hier trainieren können?

Patrick: Ich denke, das Ulmtal hat die perfekten Trainingsmöglichkeiten: zum Laufen hast du den Radweg und den Wald, kannst im Wald Höhentraining und Bergläufe machen; das ist im Ulmtal optimal. Im Westerwald hat du zum Radfahren Höhenmeter, wo du Kraft trainieren kannst und man hat hier die Talsperre direkt vor der Haustür; die habe ich natürlich mehrfach durchquert, bin da Runden geschwommen, als auch noch niemand dort war.


TuSpo: Auch seinen eigenen Sport muss man finanzieren. Profisportler werden gesponsort, egal in welche Sportart wir blicken. Hattest du als Amateur auch schon einen "offiziellen" Sponsor? In was musstest du finanziell investieren?

Patrick: Der haupte Sponsor war ich selbst. Es ist kein günstiger Sport, es nicht nur damit getan, dass man sich ein Rad, ein Paar Laufschuhe und eine Badehose kauft. Das Rad benötigt Pflege, damit es immer optimal läuft; du brauchst im Training ständig Isotrinks oder Gels und die Anmeldung zum Wettkampf selbst kostet um die 500,- Euro.

Du hast Hotelübernachtungen vor und nach dem Wettkampf, das angesprochene Trainingslager auf Mallorca - da ist schon dementsprechend eine Menge Geld in den Sport geflossen. Aber es gab bisher keinen Sponsor. Kommt vielleicht noch (lacht)…


TuSpo: Man sieht nicht alles vorher, was einem begegnet. Gab es im Vorfeld oder in der bisherigen Woche nach dem Triathlon irgendwelche Vorkommnisse, mit denen du nicht gerechnet hast, die dich gefreut oder enttäuscht haben?

Patrick: Enttäuscht hat mich in der Tat überhaupt nichts. Was mich gefreut hat, wieviele Leute auf mich zugekommen sind. Ich habe mitbekommen, dass auch am Sonntag ziemlich viele vorm Fernseher saßen und sich das auch angeschaut haben, sich in der Woche mit mir gefreut haben, dass das so gut geklappt hat.


TuSpo: Zum eigentlichen Event: Wann ging es für dich morgens los?

Patrick: Um 3:30 Uhr hat der Wecker geklingelt. Dann hab ich mich nochmal frisch abgeduscht und was gegessen. Danach hab ich meine Isogetränke fertig gemacht, einen Rucksack gepackt und bin dann mit meiner Frau Laura und Bodo (Anm. der Redaktion: Schwiegervater) Richtung Busshuttle gegangen, der dann zum Langener Waldsee gefahren ist. Dort habe ich dann mein Rad fertig gemacht, die Getränkeflaschen dort aufs Rad gepackt und noch einmal kurz eingeschwommen. Dann gings auch schon los.


"...gemerkt, dass die Beine immer noch da waren"

TuSpo: Du wechselst zwischen drei Sportarten, musst dazwischen in Wechselzonen dein Outfit und Material ändern, findet man sich in den Wechselzonen beim ersten Mal gleich zurecht?

Patrick: Gut, ich kannte die Wechselzonen von den Mitteldistanzen ja schon. Aber man gibt am Tag vorher auch das Rad schon ab, dementsprechend hängt auch dein Wechselbeutel schon; man geht aber dann auch die Wege nochmal ab: vom See bis zur Wechselzone, merkt sich wo das Rad steht und sein Beutel hängt, damit man den zügig nehmen kann und wie es dann am besten Radstrecke geht.

Genau das gleiche ist auch dann beim Wechsel vom Rad aufs Laufen, man guckt sich vorher nochmal die Wege von Wechselbeutel zum Wechselzelt an, in dem du nach dem Umzug deinen Beutel dann in Boxen wirfst. Und dann geht's ab auf die Laufstrecke. Das guckt man sich alles schon vorher nochmal an.


TuSpo: Das Hessen-Fernsehen hat den ganzen Tag live übertragen. Weißt du, ob du im HR-Fernsehen mal exklusiv im Bild warst?

Patrick: Ja. Ich war mal kurz etwa 15 bis 20 Sekunden im Bild, als ich am Ende der ersten von vier Laufrunden war und der Frodeno (Anm. der Redaktion: Sieger des Triathlons in Frankfurt) mich auf seinen letzten Metern zum Zieleinlauf am Frankfurter Römer überholt hat. Auf dessen letzten Metern war das Fernsehen natürlich exklusiv auf Sendung und ich war im Bild.


TuSpo: 10 Stunden sind eine lange Zeit zum Nachdenken, kam dir irgendwann der Gedanke "ich hab keine Lust mehr"?

Patrick: Der Gedanke kam nicht einmal! Ich hatte wirklich von morgens an einen super Tag erwischt, beim Schwimmen lief es super. Ich hab zwar beim Radfahren ein bisschen Magenprobleme bekommen, habe auch ziemlich viel Flüssigkeit in mich reingekippt. Dadurch war es aber im Nachhinein auch besser, dass ich da zweimal auf Toilette war. Blöd wird es nämlich, wenn du Hunger bekommst, weil du zu wenig getrunken hast.

Aber so habe ich selbst bei Kilometer 160-170 aufm Rad immer noch gemerkt, dass die Beine immer noch da waren. Im Training war es nämlich manchmal so, dass die Beine bei 110-120 km ein bisschen müde werden, das hatte ich an dem Tag zu keiner Zeit. So hatte ich sogar nach dem Radfahren noch so frische Beine, dass ich auch den Marathon noch mit einem Tempo um die 4:50-5:00 Minuten pro Kilometer anlaufen konnte.


TuSpo: Deine Einzelergebnisse kennst du sicher ziemlich genau. Kurze Nachfragen hierzu:
Bei Schwimmen gibt es einen Australian Exit - was ist das?

Patrick: Im Langener Waldsee werden für die 3,8km zwei unterschiedliche Runden geschwommen, nach der ersten Runde gehst du kurz aus dem Wasser, hast ein paar Meter Landgang und steigst dann zur zweiten Runde wieder in den See. Das nennt sich Australien Exit.


TuSpo: Beim Radfahren erkennt man 2 Phasen (bei 35 + 121km), wo die Durchschnittsgeschwindigkeit von über 30 auf 20 abgefallen ist, was war da los?

Patrick: Das waren tatsächlich die beiden Toilettengänge, wovon einer auch noch vor einem Anstieg war, wodurch die Durchschnittsgeschwindigkeit doch ein bisschen abgesunken ist. Trotzdem habe ich auf der ganzen Raddistanz eine Geschwindigkeit von über 33km/h, da wäre Selbstkritik nicht angebracht.


TuSpo: Beim Laufen warst du auf den ersten 20km im Tempo sehr konstant zwischen 4:40 und 5:00 pro Kilometer. Danach nie mehr über 05:00, stattdessen sogar mal bei 04:10. Wie kann man nach 09:00 Stunden Hochleistung seine Leistung noch einmal steigern, hast du das überhaut bemerkt?

Patrick: Von dem Anfangstempo weiß ich, dass ich das lange gehen kann, ich wollte da sehen, dass ich mich nicht vorher schon abschieße. So konnte ich sogar die letzten 10 km das Tempo noch einmal anziehen.

Ich muss noch dazu sagen, dass das sogar der erste Marathon war, den ich überhaupt ohne Krämpfe gelaufen bin, normalerweise bekomme ich die nämlich so bei km 31-33 und gehe zum Ende ziemlich ein, hier zum Glück trotz der Vorbelastung gar nicht. Deswegen konnte ich zum Ende sogar das Tempo noch erhöhen und hab dann wirklich einfach alles riskiert.


TuSpo: Hattest du einen eigenen Livetracker dabei oder bekommst du von den Zeiten irgendwie anders etwas mit?

Patrick: Ja, für die Zeiten habe ich meine GPS-Uhr, da bekomme ich jeden Kilometer angezeigt, auf dem Rad habe ich dazu noch den Radcomputer, der mir auch die Wattwerte anzeigt, die ich treten soll und kann - das hat auch immer gepasst. Dazu kam auf dem Rad, dass auf dem Rückweg von Friedberg nach Frankfurt Rückenwind war und man trotz geringerer Wattwerte gute Geschwindigkeiten erreichen konnte.


TuSpo: Hattest du außer dem Zieleinlauf einen "besonderen" Moment während dem Triathlon?

Patrick: Man schaltet das immer so gut wie möglich aus. Besonders war vielleicht zum Schluss beim Laufen, wo ich gemerkt habe, dass ich das jetzt wirklich noch gehen kann. Ansonsten bist du da in deinen eigenen Tunnel drin und schaltest das Drumherum so ein bisschen aus.


TuSpo: Wieviele Menschen haben dir gratuliert?

Patrick: Also wieviele es waren, weiß ich gar nicht. Es war unzähliges, was die Woche kam, ob SMS oder whatsapp-Nachrichten…


TuSpo: Du bist in Deiner Altersklasse Ü25 20. von 95, im Gesamtklassement 226. von 2.294 geworden. Wie beurteilst du deine Leistung ganz nüchtern nach einer Woche betrachtet?

Patrick: Ich war komplett mit allem zufrieden! Wenn ich mir jetzt sage, vielleicht die Toilettengänge weniger dann hab ich vielleicht nochmal 10 Minuten, die ich da noch aufhole, aber wenn ich das jetzt noch als Kritik ansehe, das wäre wirklich Meckern auf hohem Niveau.


"Da ist noch Platz für mehr"

TuSpo: Erster und letzter Triathlon?

Patrick: Es wird nicht der letzte gewesen sein, denn ich hab doch ein bisschen Blut geleckt, weil alles so super funktioniert hat und die Ziele doch schon so ein bisschen aufs nächste Jahr gesteckt. Und auch zeitliche Ziele sind schon da...


TuSpo: Also stimmt es nicht, dass das nur ein einmaliges Ziel war, auf das du hingearbeitet hast, und dabei gemerkt hast, dass das Deine Knochen nicht mehrfach mitmachen?

Patrick: Nein, es geht alles gut. Ich hatte muskulär praktisch keine Beschwerden, hab glaube ich keine Trainingseinheit mal aussetzen müssen, ich habe nicht einmal Probleme mit den Knochen gehabt. Wir haben auch immer mal geschaut, dass wir mal einen Regenerationstag eingelegt haben, wo die Muskeln und die Knochen dann auch wieder runterfahren konnten.

Mein Trainer hat da gut drauf geachtet, dass ich viel Stabilität mache und Beweglichkeitsübungen, die Verletzungen vorbeugen sollen. Mein Trainer kommt aus der Nähe von Stadtallendorf und ich habe ihn über die Leistungsdiagnostik an der Uniklinik Gießen kennengelernt.


TuSpo: Gibt es sportlich jetzt noch ein Ziel für dich? Hawaii??? Oder ganz was anderes?

Patrick: Was ganz anderes kann ich momentan wohl ausschließen, der Triathlon macht mir Spaß und ist das, was mir momentan gefällt. Für nächstes Jahr wünsche ich mir auf der langen Distanz, dass die 10 Stunden-Marke dann schon fallen sollte.

Wir haben auch schon darüber gesprochen, wie wir rangehen können, um das ermöglichen zu können. Und das große Ziel von jedem Triathleten ist ja klar: das ist die eine Insel im Pazifik. Wenn ich es schaffen würde, mich dafür zu qualifizieren, würde ich sofort hinfliegen!


TuSpo: Wo findet die Ironman-Medaille seinen Platz?

Patrick: Für die Medaille hat mir meine Frau Laura im Flur schon einen extra Platz eingerichtet. Ihr bin ich auch sehr dankbar für die ganze Unterstützung, Rückendeckung und alles, was Sie mir über diese lange Zeit des Trainings an Arbeit abgenommen und für mich getan hat. Das muss an der Stelle auch ausdrücklich gesagt sein. Vom Dome (Anm. der Redaktion: Dominic Rumpf) habe ich außerdem noch ein Finisher-Board bekommen, was auch unübersehbar im Flur seinen Platz hat.


TuSpo: Und da ist noch Platz für mehr?

Patrick: Da ist noch Platz für mehr, ja.


*1) Die Leistungsdiagnostik im Sportbereich umfasst Untersuchungs- und Testverfahren, die Auskunft über den aktuellen Gesundheitszustand, die Belastbarkeit und den Leistungsstand eines Sportlers geben. Sie liefert einerseits Ausgangsdaten für eine persönlichkeitsgerechte Trainingsgestaltung und ermöglicht andererseits als trainingsbegleitende Maßnahme eine optimale Kontrolle und Steuerung des Trainingsverlaufs. Sie hat damit eine wesentliche Funktion für den Zuschnitt der individuellen Trainingsplanung. (Quelle Wikipedia)

 



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