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Kategorie: TuSpo

Dominic Rumpf - Marathon am Rennsteig und in Marburg


Sieger beim Nachtmarathon in Marburg 2018


Dominic Rumpf - Marathon 2018

Dominic Rumpf - Marathon 2018

Dominic Rumpf - Marathon 2018

Dominic Rumpf - Marathon 2018

Dominic Rumpf - Marathon 2018

Dominic Rumpf - Marathon 2018

Dominic Rumpf - Marathon 2018

Im Mai und Juni dieses Jahres hat Dominic Rumpf über die Kreisgrenzen hinaus für Aufsehen gesorgt. Zunächst hat er auf der Marathondistanz beim Rennsteiglauf teilgenommen. Hier mussten die Läufer insgesamt ca. 1.600 Höhenmeter bis zum Ziel überwinden. Anschließend ging er sehr erfolgreich in Marburg beim Nachtmarathon an den Start.

Am 26.07.2018 hatte Sebastian Haas die Möglichkeit, seinen Ex-Nachbarn für den TuSpo Holzhausen zu interviewen.


TuSpo: Der Rennsteiglauf war am 26.05.2018. Hier bist du noch knapp über der 3-Std.-Marke geblieben. Einen Monat später am 29.06.2018 bist du in Marburg gestartet. Mit 2:56 Std./Min. hast du die 3-Std.-Marke geknackt. Somit lag zwischen den beiden Marathons nur ca. 1 Monat an Regenerations- bzw. Trainingsphase. Ist das nicht eine recht kurze Verschnaufpause gewesen?

Dominic: Ja, das war eigentlich mit 4 Wochen zu wenig für einen Marathon, das stimmt schon; aber ich habe mir 12 Wochen vor dem Rennsteiglauf das Ziel gesetzt, den Marathon unter 3 Stunden zu laufen und habe es um eine Minute verpasst. Dadurch habe ich noch ein bisschen mehr Ehrgeiz gehabt und habe mir dann den nächstmöglichen Marathon rausgesucht, den ich dann angehen kann, um die 3-Stunden-Marke zu unterbieten. Das habe ich dann in Marburg gemacht.


TuSpo: Das heißt, du hast dich erst nach dem Rennsteiglauf für Marburg angemeldet?

Dominic: Ja, wenn ich es am Rennsteig geschafft hätte, hätte ich Marburg ausgelassen.


TuSpo: Welcher Lauf war anstrengender Rennsteig oder Marburg?

Dominic: Definitiv der Rennsteig, den habe ich auch sehr unterschätzt.


TuSpo: Ok, das heißt vermutlich wegen der Höhenmeter und wahrscheinlich auch vom Untergrund, oder?

Dominic: Die ersten 18 Kilometer habe ich mich gefreut und dachte, das wird ein super Lauf. Da bin ich den Kilometer unter 4 Minuten gelaufen und dachte, das wird eine Hammer-Zeit. Nach 18 Kilometer war der Spaß vorbei, dann ging es nur noch bergauf, aber richtig steil bergauf und auch steil bergab, was auch sehr anstrengend ist, wo man sich teilweise auch am Hang abstützten musste. Das war teilweise ein richtiger Trail. Ich musste ab und zu mal springen, das geht sehr in die Oberschenkel. Beim Rennsteig war es auch sehr heiß. Nach dem Halbmarathon ging es nach 21 Kilometer, aber zwischen 28 und 32 hab ich dann richtig abgebaut. Ab 32 war es dann nur noch Kampf! Diesen Lauf hab ich etwas auf die leichte Schulter genommen.


TuSpo: Aber umso beachtlicher war es ja dann, dass du dann auch nur knapp über der 3-Stunden-Marke geblieben bist.

Dominic: Ja, bei den ganzen Höhenmetern bin ich zufrieden, keine Frage.


TuSpo: Herzlichen Glückwunsch zum ersten Platz beim Marathon in Marburg. Hast du dich mittlerweile wieder komplett regeneriert?

Dominic: Mittlerweile sind nach Marburg ja 3 Wochen vergangen. Auf jeden Fall, die Beine sind wieder schön geschmeidig und ich kann wieder gut laufen.


TuSpo: Bist du wieder am Laufen?

Dominic: Momentan ist es arbeitsbedingt etwas weniger. Die Pause gönne ich mir jetzt auch, aber von den Beinen her ist alles gut. Ich hatte auch nach Marburg wesentlich weniger Muskelkater als nach dem Rennsteig.


TuSpo: Wieviel Tage hattest du damit zu kämpfen?

Dominic: An dem Tag nach dem Lauf hast du erstmal gar nichts. Am 2. bis 4. Tag melden sich die Muskeln und die Gelenke. Da ist alles ein bisschen gereizt. Das merkt dann schon. Man kann auch einen Tag nach dem Marathon langsam auslaufen, das geht. Aber man kann keine großen Distanzen laufen.


TuSpo: Was empfandest du beim Zieleinlauf, als du als Erster die Ziellinie überquert hast?

Dominic: Das kann man eigentlich gar nicht so gut beschreiben, was man da so fühlt. Glückshormone pur, die da ausgestoßen werden, und da geht einem alles nochmal durch den Kopf. Den letzten Kilometer überlegt man eigentlich nur noch, was man in den letzten 16 Wochen so gemacht hat, was man doch alles erreicht hat und denkt auch an die hauptsächlich schlechten Trainingseinheiten, die man zwischendurch mal hat, und wo man sich womöglich gequält hat, zurück. Es ist sehr emotional, muss ich sagen, wenn dann die Familie da steht und jubelt, die Musik läuft und alle Fotografen da stehen, und du wirst dann noch mit dem Mikrofon interviewt. Das war schon der Hammer.


TuSpo: Worauf hast du dich nach dem Lauf am meisten gefreut?

Dominic: Am meisten gefreut hab ich mich eigentlich auf ein Bier, was ich die Wochen vorher leider nicht genießen konnte. Da war ich ziemlich alkoholfrei unterwegs. Da hab ich mich auf das Bierchen danach gefreut, aber das ist dann doch ziemlich kurz ausgefallen, da ging es mir nicht so gut nach dem Lauf.


TuSpo: Wusstest du wo deine Familie und Freunde waren? Hast du sie beim Zieleinlauf gesehen?

Dominic: Meine Familie und Freunde standen alle ca. 100-200 Meter nach dem Start unten in der Stadt, da hab ich sie alle gesehen. Dann haben sie sich auf der Strecke verteilt. Nach dem Halbmarathon muss man dann noch Runden laufen, auch da haben sie sich ein bisschen verteilt. Der "Päddy" war stark vertreten, stand immer am Rand und ist ein paar Meter mitgelaufen und hat mir meine Zwischenzeiten gesagt. Er hat mir auch gesagt, dass ich Erster bin, das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, weil einfach noch viele auf der Strecke waren.


TuSpo: Du hast bereits im letzten Jahr in Marburg teilgenommen. Damals noch auf der Halbmarathondistanz. Wie hattest du dort abgeschnitten?

Dominic: Da bin ich mit dem "Päddy" zusammen gelaufen in 01:27:16 Std./Min/Sek. Das war der erste Halbmarathon von "Päddy" und mir gemeinsam, den wir unter 01:30 Std./Min. gelaufen sind.


TuSpo: Läufst du lieber die Marathon- oder die Halbmarathonstrecke?

Dominic: Lieber Marathon, weil so nach 30 Kilometer, da wird es interessant. Ein Halbmarathon geht immer, aber ein Marathon ist nochmal eine andere Hausnummer. Das macht auf jeden Fall viel mehr Spaß.


TuSpo: Wann hast du dich für Marburg angemeldet? Welche Zeit hast du angegeben?

Dominic: Ich habe mich direkt den Dienstag nach dem Rennsteig angemeldet und habe dann auch direkt 02:59 Std./Min., also eine Minute unter den 3 Stunden, angegeben.


TuSpo: Bekanntermaßen hat dein Kumpel "Päddy" Dross in diesem Jahr für den Ironman in Frankfurt a. M. trainiert. Konntet ihr trotzdem zusammen trainieren, oder waren die Trainingspläne hier zu unterschiedlich?

Dominic: Gerade an "Päddy" erstmal allergrößten Respekt, dass er das so gemacht hat. Da bin ich richtig stolz auf meinen Freund und Trauzeugen, dass er das gepackt hat. Letztes Jahr bei der Mitteldistanz hat er sich ein bisschen gequält, aber hat dann wirklich ein Jahr durchgebissen und hat wirklich extreme Trainingseinheiten absolviert. Die eine oder andere Einheit konnten wir auch zusammen machen, gerade sonntags die langen Läufe oder auch Intervalltrainings unter der Woche.


TuSpo: Wann war bei Dir der Übergang vom normalen Joggen hin zum professionellen Trainieren?

Dominic: Das ging eigentlich ziemlich schnell. Ich kam von der Meisterschule und hatte 94 Kilo auf der Waage, da hab ich mal angefangen zu joggen. Vor 3 Jahren war der Köln-Marathon, da sind mein Vater, "Päddy" und Jens Peusch gestartet. Kevin Briese und wir waren alle dabei und haben ein paar Bierchen getrunken, da sagte ich: " Nächstes Jahr laufe ich auch mit!". Dann kam das so, dass ich angefangen habe zu trainieren. Ich hab dann auch bei der Winterlaufserie in Pohlheim teilgenommen. Das waren dann so meine ersten Wettkämpfe. Aber alles ohne große Zeitziele. So ging es eigentlich los.


TuSpo: Das Ziel war es eigentlich, dich für Köln fit zu machen?

Dominic: Das Ziel war erstmal Köln.


TuSpo: Wann war dann der erste Marathon?

Dominic: Der war am 02.10.2017.


TuSpo: Wo hast du hauptsächlich trainiert?

Dominic: Hier in unseren heimischen Wäldern und Fahrradwegen. Das bietet sich ja alles an. Hier hat man ordentlich Höhenmeter drin, wo man gut trainieren kann. Intervalle hab ich am Aartalsee gemacht, weil man da große Runden laufen kann.


TuSpo: Trainiert man eher morgens oder eher abends?

Dominic: Also ich trainiere abends, auch vorm Abendessen. Dann fällt das Abendessen eher mal später aus. Aber mit vollem Magen kann ich nicht so gut trainieren. Also nach der Arbeit immer, das ist dann manchmal auch nach 19:00 Uhr.


TuSpo: Wie hast du trainiert? Hast du dir den Trainingsplan selbst erstellt oder hattest du einen Trainer?

Dominic: Einen Trainer hatte ich keinen, das ist auch beim Marathon nicht so wichtig. Ich hab mir meinen Trainingsplan gekauft, also runtergeladen. Das war ein 12-Wochenplan, den ich dann so abgearbeitet habe. Die ersten 6 Wochen lang trainierst du für den Halbmarathon und die darauffolgenden 6 Wochen für den Marathon. Das ist der 12-Wochenplan für den Marathon, auf deine gewünschte Zielzeit. Das hat mit dem Plan auch genau hingehauen.


TuSpo: War das speziell für Marburg oder hattest du den Plan schon vorher?

Dominic: Das war ein ganz normaler klassischer Plan für Marathon unter 3 Stunden. Den hab ich ein bisschen modifiziert für den Rennsteig. Die ganzen Einheiten, Tempoeinheiten und lange Läufe und Intervalle, die hab ich alle am Berg gemacht. Das heißt, ich hab die Intervallläufe bergauf gemacht, dass man da reinkommt, um bergauf schnell zu werden. Es war alles erstmal auf den Rennsteig ausgelegt.


TuSpo: Auch seinen eigenen Sport muss man finanzieren. Profisportler werden gesponsert, egal in welche Sportart wir blicken. Hast du als Amateur auch schon einen "offiziellen" Sponsor?

Dominic: Ich bin ja Amateur und einen Sponsor habe ich nicht und werde ich so schnell nicht kriegen. Aber, wenn mal einer Lust hat … ;-)


TuSpo: Gab es im Vorfeld oder nach dem Marathon irgendwas, mit denen du nicht gerechnet hast, was Dich gefreut oder enttäuscht hat?

Dominic: Sportlich gesehen habe ich nicht mit irgendwas gerechnet. Während der Vorbereitung habe ich in Bonn am "Deutscher Post Marathon" teilgenommen. Ich bin da einen Halbmarathon gelaufen. Da hab ich meine Bestzeit in 01:17 Std./Min. gelaufen, damit hab ich gar nicht gerechnet. Mich hat es schon gewundert, dass die ersten 6 Wochen Training so gut angeschlagen haben, dass ich so einen Schnitt von 03:38 Min./Sek. pro Kilometer laufen kann und das über 21 Kilometer.


TuSpo: Wie wir alle wissen, ist auch dein Vater Andreas ein begeisterter Läufer. Beim Rennsteiglauf seid ihr auch zusammen über die Marathondistanz an den Start gegangen. Habt ihr hierfür ab und zu auch zusammen trainiert?

Dominic: Ja, haben wir auch. Wir sind samstags regelmäßig so ein Stündchen zusammen laufen gegangen. Für mich locker und für ihn moderat. Die lockeren Läufe haben wir zum Regenerieren zusammen gemacht. Man trainiert ja doch 6 Tage die Woche, einen Tag nichts und hat an einem Tag nochmal einen Regenerationslauf, und den hab ich dann mit meinen Vater zusammen gemacht.


TuSpo: Was war aus läuferischer Sicht bislang der emotionalste Moment in deiner recht jungen Laufkarriere?

Dominic: Ich weiß jetzt nicht, wie ich die Emotionen einteilen soll. Das war auf jeden Fall beim Köln-Marathon, die Emotionen am Start schon mal mit meinem Vater zusammen da zu stehen. Das alles so mitzuerleben, wie das dort so ist. Ich bin da die 42 Kilometer komplett zusammen mit meinem Vater gelaufen und das war für mich auf jeden Fall schon mal ein Highlight. Nicht nur sportlich gesehen, auch vom ganzen Drumherum mit meinem Vater zusammen beim Marathon zu laufen und dann auch noch zusammen ins Ziel zu laufen - das war schon sehr emotional für mich und für ihn auch natürlich. Das war schon klasse.

Mein Vater hat auch den Fersensporn gehabt, da war noch nicht klar, ob er das schafft. Der hat sich da richtig durchgebissen, hat sich mit Schmerztabletten unterwegs ernährt um dann mit mir ins Ziel zu laufen. Dann sind wir auch zusammen Hand in Hand ins Ziel gelaufen. Das macht nicht jeder und werde ich ihm nicht vergessen. Das war aus läuferischer Sicht sicher bislang der emotionalste Moment.

Nach dem Lauf wurde es dann aber nochmal emotional … wenn auch nicht aus läuferischer Sicht. Ich habe meiner Freundin Anka einen Heiratsantrag gemacht. Insofern war der Lauf in Köln für mich sehr emotional.


TuSpo: Dritter und letzter Marathon?

Dominic: Nein auf gar keinen Fall der Letzte. Ich hab noch ein paar Zeiten vor Augen, die ich angehen möchte. In Marburg beim Nachtmarathon ging es abends um 19:00 Uhr los und ich musste auch vorher noch Arbeiten gehen. Da war ich auch bei der Hitze draußen auf dem Dach und ich denke mal, das hat mich auch ein paar Minuten gekostet. Und unter die 02:50 Std./Min. möchte ich schon noch kommen und da möchte ich schon noch ein paar Läufe für machen.


TuSpo: Gibt es sportlich jetzt noch ein Ziel für dich?

Dominic: Unter 02:50 Std./Min. möchte ich gerne laufen.


TuSpo: Ironman ja, nein, vielleicht?

Dominic: Das ist halt die Zeitfrage! Ich habe "Päddy" schon gesagt, dass wir in nächster Zeit mal eine Mitteldistanz machen, aber Ironman überlass ich erstmal meinem besten Kumpel. Das soll der ein paarmal machen und soll mir mal zeigen wie das läuft. Vielleicht irgendwann, wenn wir ein bisschen älter sind!


TuSpo: Wo findet der Pokal/die Medaille einen Platz?

Dominic: Ich hab meinem Vater, Päddy und mir so ein Finisher-Board gemacht. Das ist so eine Tafel, wo man seine Startnummern und Medaillen aufhängen kann, seine Bestzeiten draufschreiben kann. Das hängt bei mir im Wohnzimmer am guten Plätzchen, wo es jeder sehen kann. Pokale muss ich mal sehen, wo ich die alle hinstelle. Was heißt alle, zwei Stück, aber mal sehen.


TuSpo: Vielen Dank, dass du Dir die Zeit genommen und von den Läufen berichtet hast. Wie die meisten Leser sicherlich bereits wissen, werden Anka und du im September den Hafen der Ehe "anlaufen". Der Vorstand des TuSpo Holzhausen wünscht Euch hierfür alles Gute und dass all Eure Wünsche in Erfüllung gehen.

 



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